Mein Handy hat einen Sprachmemo-Ordner mit über 900 Aufnahmen – jede davon eine Content-Idee, die ich mir zugebrüllt habe, noch bevor ich richtig wach war. Manche sind zwei Sekunden lang und ergeben nur im Halbschlaf Sinn. Die meisten funktionieren trotzdem.
Ich bin in Berlin aufgewachsen, in einer Stadt, in der niemand lange stillsteht, und ich glaube, das hat sich in mir festgesetzt: Ich kann keine Idee zwei Tage liegen lassen, ohne sie auszuprobieren. Wenn ich morgens ins Fitnessstudio gehe, ist der Sport nur die halbe Wahrheit – die andere Hälfte ist, dass mir dort die besten Ideen kommen, zwischen zwei Sätzen Kniebeugen.
Ich zähle jedes fertige Shooting mit einer kleinen Strichliste an meiner Zimmerwand – nicht aus Eitelkeit, sondern weil mich die Zahl selbst anfeuert: Nummer 1 war improvisiert und ziemlich schlecht. Bei der Zahl, an der ich jetzt bin, will ich gar nicht mehr aufhören zu zählen. Für mich ist jedes neue Set kein Job, sondern die nächste Zeile auf dieser Liste – und ich habe noch sehr viel Wand.