Ich schaue nie direkt in die Kamera. Ich schaue in mein Spiegelbild daneben – ein Trick, den mir eine Fotografin in Mailand beigebracht hat: Wer sich selbst in die Augen sieht, wirkt echter als jeder, der nur in eine Linse blickt. Seitdem suche ich in jedem Raum zuerst den Spiegel, nicht das Licht.
Der erste Spiegel, an den ich mich erinnere, war ein Stück Fensterglas, das mein Vater am Rand von Accra an die Wand gelehnt hatte – kein Rahmen, kein Zuhause im klassischen Sinn, aber genug, um sich selbst gerade anzusehen und zu entscheiden, wie man durch eine Tür geht. Diese Entscheidung habe ich nie wieder aufgegeben, auch nicht auf dem Weg über halb Europa bis nach Köln, wo ich heute lebe.
Ich mag Kleidung, die nichts verstecken muss, um zu wirken – ein Blazer, direkt auf der Haut, keine zweite Schicht, keine Ausrede. Für mich ist das die Essenz von allem, was ich mitgebracht habe: Man braucht nicht viel, um viel zu sein. Man braucht nur die Haltung, in jedem Raum so zu stehen, als hätte man ihn sich verdient – weil man es hat.