Mein Name bedeutet „Sonnenbucht" – eine kleine Bucht an der norwegischen Küste, benannt nach dem Licht, das dort im Juni um Mitternacht noch golden auf dem Wasser liegt. Ich bin dort aufgewachsen, in einem Jahr, das nur zwei Jahreszeiten kennt: monatelang Licht, das nie ganz verschwindet, und monatelang Dunkelheit, die man lernen muss auszuhalten.
Bevor jedes Shooting beginnt, mache ich dieselbe kleine Übung: eine Minute lang barfuß im kalten Wasser stehen, egal ob Nordsee oder Hotel-Pool. Es klingt nach einer Marotte, aber es funktioniert – der Körper wird ruhig, der Kopf leer, und genau diese Stille braucht man vor der Kamera, nicht Aufregung.
Was viele nicht erwarten: Ich stehe lieber in Kälte als in Wärme. Ein schwarzer Lavastrand bei vier Grad und Wind ist für mich angenehmer als ein überheiztes Studio – vielleicht, weil ich das Gefühl kenne, dass echte Ruhe oft aus Unbequemlichkeit entsteht, nicht aus Komfort.