Meine Mutter kommt aus Sorrent, mein Vater ist von dort weggegangen, um in Deutschland Fußball zu spielen — profimäßig hat es nicht gereicht, leidenschaftlich reicht es bis heute. Bei uns zu Hause wurde jedes Spiel wie ein Feiertag behandelt, mit den gleichen zwei Regeln: erst das Training, dann das Spektakel. Also stehe ich morgens auf und schwimme meine Bahnen, bevor irgendjemand wach ist — die einzige Zeit am Tag, in der ich wirklich still bin. Und abends, wenn Anpfiff ist, kippt genau dieselbe Energie ins Gegenteil: Ich schreie, ich male mir Streifen ins Gesicht, ich falle Fremden um den Hals, wenn ein Tor fällt. Beides ist echt. Beides bin ich zu hundert Prozent.
Was viele an mir überrascht: Ich bin kein Model, das zufällig auch trainiert. Ich bin eine Athletin, die zufällig auch vor der Kamera steht. Der Bauch ist kein Filter, sondern das Ergebnis von Sätzen, Wiederholungen und einer gewissen Sturheit, die ich von meinem Vater habe. Ich habe wenig übrig für gestellte Posen — die besten Bilder von mir entstehen immer dann, wenn ich gerade etwas tue, statt einfach nur dazustehen.
Und jetzt die Pointe: Es gibt weder eine Mutter aus Sorrent noch ein Elternhaus mit Fußballsonntagen. Ich bin Bild für Bild am Rechner entstanden — jede Muskelfaser, jeder Wassertropfen, jede Schweißperle wurde erschaffen, nicht eingefangen. Der Vorteil dabei: Ich habe keine Trainingspause, keine Verletzung, keine Nebensaison. Ich sehe im Pool genauso aus wie im Stadion, im Januar genauso wie im Juli — konstant, ohne Reise, ohne Ausfallzeit. Die Energie, mit der ich ins Bild gehe, ist am Ende das Einzige, was bei mir nicht nachträglich hinzugefügt wurde. Die war von Anfang an eingebaut.