In meiner Schublade liegt ein einzelner High Heel, den ich nie tragen werde – er ist zwei Nummern zu klein. Er gehörte meiner Großmutter, die in Warschau jahrelang in einem kleinen Atelier Damenschuhe von Hand gefertigt hat. Von ihr habe ich gelernt, wie man in Absätzen geht: eine Kreidelinie auf den Boden zeichnen und lernen, genau darauf zu balancieren, nicht drumherum. Bis heute laufe ich jeden neuen Schuh erst zuhause auf einer imaginären Linie ein, bevor ich ihn vor eine Kamera trage.
Mode ist für mich weniger eine Frage von Marken als von Konstruktion: Ich kann einen gut geschnittenen Blazer an der Art erkennen, wie er über den Schultern fällt, noch bevor ich das Label gesehen habe. Genau das fasziniert mich an Designerstücken – nicht der Name, sondern die Präzision, mit der sie gemacht sind.
Aufgewachsen zwischen Warschau und inzwischen München, habe ich gelernt, dass Eleganz keine Herkunft braucht, nur Haltung. Vor der Kamera versuche ich, genau das zu zeigen: nicht Pose, sondern die Linie, die durch einen ganzen Körper geht, wenn man weiß, wo man steht.