In Galway habe ich Stepdance nicht in einem Ballettsaal gelernt, sondern in der Scheune meines Onkels, während draußen ein Atlantiksturm gegen das Wellblechdach hämmerte. Meinen ersten Rhythmus habe ich buchstäblich vom Regen übernommen – im Takt der Tropfen zu tanzen, fiel mir leichter, als ich zugeben möchte, und bis heute klopfe ich unbewusst mit dem Fuß, wenn es draußen richtig schüttet.
Meine Band schreibt die besten Songs nie an ruhigen Tagen. Sobald der Wind auffrischt und die ersten Regentropfen ans Fenster schlagen, hole ich die Gitarre raus – schlechtes Wetter ist für mich kein Grund, drinnen zu bleiben, sondern der Moment, in dem mir überhaupt etwas einfällt. Andere Leute fürchten den Sturm. Ich warte auf ihn.
Nach Hamburg bin ich nicht trotz des Wetters gezogen, sondern genau deswegen: Nordsee statt Atlantik, aber derselbe raue Grundton. Wenn ich vor der Kamera stehe, versuche ich, genau diese Energie mitzubringen – nicht die eines sonnigen Postkartenmotivs, sondern die eines Ortes, der einen fordert und trotzdem nie loslässt.